Das Helfersyndrom überwinden

Leidest Du unter einem Helfersyndrom?

Wie oft oder wie gerne hilfst Du anderen Menschen? Bist Du mit Deinen Gedanken mehr bei Anderen als bei Dir? Ich finde es schön und auch wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen und uns unterstützen. Gemeinsam können wir viel mehr bewirken als alleine! Menschen, die gerne und viel helfen, vergessen sich aber oft selbst. Sie helfen anderen, aber auf ihre eigenen Bedürfnisse hören sie nicht.

Was motiviert Dich, zu helfen?

Was bewegt Dich dazu, anderen Menschen zu helfen? Tust Du es von ganzem Herzen, weil Du den Anderen magst oder weil Du ihn bei einer Herzensangelegenheit unterstützen willst? Oder tust Du es, weil die gedankliche Beschäftigung mit dem Problem des Anderen von Deinen eigenen Problemen ablenkt? Wenn Du Dich in Deinen Gedanken ständig nur auf die Schwierigkeiten anderer Menschen konzentrierst, dann ist die Gefahr groß, dass Du Dich dabei selbst vergisst. Das geschieht möglicherweise gar nicht bewusst. Und doch kannst Du es Dir bewusst machen, indem Du einfach mal in Dich hineinhörst und auf Deine Gedanken achtest.

Bist Du in Gedanken mehr bei Dir und bei Deinen Bedürfnissen oder beschäftigst Du Dich eher mit anderen Menschen? Hilfst Du, um Dein Gefühl „gebraucht zu werden“ zu befriedigen oder hilfst Du, weil Du Dein Gegenüber aus tiefstem Herzen unterstützen willst? Was ist Deine Motivation? Kennst Du die Antwort auf diese Frage?

Erwartest Du eine Gegenleistung?

Ich habe es oft erlebt, dass gerade Menschen, die ihre Hilfe ständig anbieten, in naher Zukunft eine Gegenleistung erwarten. Diese Art von Hilfe ist nicht bedingungslos und sie kommt auch nicht aus der Tiefe des Herzens, weil sie immer mit dem Gedanken verbunden ist: „Wenn ich Dir helfe, musst Du mir irgendwann auch helfen.“ Hilfe, die von Herzen kommt, erwartet niemals eine Gegenleistung, sondern man gibt, weil man liebt.

Möchtest Du auch dann helfen, wenn Dich jemand gar nicht danach fragt?

Wie oft warst Du schon enttäuscht, wenn Du jemandem Deine Hilfe angeboten hast und derjenige wollte sie nicht annehmen? Warum hat Dich das enttäuscht? Weil Dein Bedürfnis „gebraucht zu werden“ nicht befriedigt wurde! Es gibt viele Menschen da draußen, die Deine Talente und Dein Wissen brauchen. Diese Menschen fragen Dich aber danach und zwar genau dann, wenn sie Hilfe brauchen! Natürlich darfst Du auch mal fragen: „Kann ich Dir was helfen!“ Wenn derjenige das aber ablehnt, dann lass es sein! Du kannst niemandem Deine Hilfe aufdrängen. Lass Deine Mitmenschen selbst entscheiden, ob sie Deine Dienste annehmen wollen.

Derjenige Mensch, der Dich am meisten braucht, bist Du selbst, weil ohne DICH kannst Du nicht existieren. Du musst 24 Stunden am Tag mit Dir auskommen. Wie soll das gehen, wenn Du Dir selbst nicht hilfst? Deine Seele schreit 24 Stunden am Tag danach, von Dir gehört zu werden. Hilf ihr zuerst, sie wird es Dir mit einem glücklichen und zufriedenen Leben danken!

Es nützt niemandem, wenn Du Dich aufopferst

Menschen, die mit einem starken Helfersyndrom ausgestattet sind, vergessen oft, dass sie selbst auch Bedürfnisse haben. Was passiert, wenn diese Menschen immer nur die Wünsche von Anderen erfüllen? Sie werden krank, sie sind irgendwann total erschöpft und sie sind unzufrieden. Kennst Du den Satz? „Ich reiße mir total den Arsch auf und niemand dankt es mir“? Wie oft hast Du das schon selbst gedacht? Niemand, aber auch wirklich niemand verlangt von Dir, dass Du Dir den Arsch aufreißt! Du selbst gibst alles für jemanden, in der Hoffnung, dass er es Dir zurückgibt! Und genau das wird nicht passieren! Warum nicht? Weil Dein „Arsch aufreißen“ in der Hoffnung einer Gegenleistung geschieht.

Eine zweiter Nachteil des Aufopferns ist, dass Du irgendwann nicht mehr helfen kannst, weil Du krank wirst. Du hast alles gegeben für einen anderen Menschen und bist dabei selbst auf der Strecke geblieben! Es ist DEIN Leben und Du kannst es nicht mehr geniessen, weil Du Dich selbst und Deine Bedürfnisse nicht ernst nimmst. Wenn Du an dem Punkt bist, an dem Du sagst: „Ich reiße mir total den Arsch auf und niemand dankt es mir“, dann nimm Dir bitte mal eine Weile Zeit nur für Dich und höre in Dich hinein! Jetzt bist Du dran, Deine Seele will jetzt gehört werden. Und dann frag Deine Seele:

  • Warum dankt es mir niemand, dass ich mich aufopfere?
  • Wieso helfen andere Menschen nicht auch so viel wie ich?
  • Warum fühle ich mich so leer und so ohnmächtig?
  • Wieso hilft mir denn niemand?
  • Was mache ich nur falsch?

Die Antwort: Umgebe Dich mit Menschen, die gut für sich selbst sorgen können

Wenn Du Dich mit Menschen umgibst, die sich genau wie Du die selben Fragen stellen, wirst Du aus diesem Dilemma niemals raus kommen. Warum nicht? Weil sie sich die gleichen Fragen stellen wie Du und die Antwort nicht kennen! Kennst Du jemanden in Deinem Umfeld, der glücklich ist, der eine zufriedene Ausstrahlung hat, der vor Selbstvertrauen nur so strotzt? Dann geh zu diesem Menschen hin und frage ihn: „Wie machst Du das?“ Und glaube mir, er wird Dir zuhören, er wird Dir Tipps geben, er wird alles tun, um Dir zu helfen! Warum? Weil glückliche Menschen anderen Menschen dabei helfen wollen, glücklich zu sein! Und zwar ohne Bedingungen!

Dieser Mensch wird Dir vermutlich sagen, dass Du besser auf Dich Acht geben musst! Du bist nicht in diese Welt geboren worden, um immer nur für Andere da zu sein! Sei zuerst einmal für Dich da! Wenn Du erst mal auf Deine Bedürfnisse hörst und wenn Du Dir selbst der wichtigste Mensch bist, dann hast Du viel mehr Energie! Du kannst dann diese Energie nutzen, um das, was Du gut kannst, an andere Menschen weiterzugeben. Und weil Du soviel Energie hast und mit Dir selbst im Reinen bist, erwartest Du dafür auch nichts. Du gibst das, was Du in Dir trägst, von Herzen gerne weiter an Deine Mitmenschen. Diese Art von Hilfe ist die erfüllendste und gewinnbringendste überhaupt! Und diese Art von Hilfe wird Dich niemals die oben genannten Fragen stellen lassen!