Viele Beziehungen und Freundschaften sind ein Gefängnis

Viele Beziehungen und Freundschaften sind ein Gefängnis

Viele Menschen sind nicht frei

Ich erlebe es oft und auch immer wieder, dass Menschen in Beziehungen oder auch Freundschaften keine Möglichkeit haben, sich frei zu entfalten und ganz sie selbst zu sein. Woran liegt das? Es kann z. B. daran liegen, dass einer von beiden dominant ist und der andere sich unterdrücken lässt. Es kann daran liegen, dass beide ein verletztes inneres Kind in sich tragen und der jeweils andere für die schmerzhaften Gefühle verantwortlich gemacht wird. Welche Gründe es sind, spielt im Prinzip keine Rolle. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass all dies meist unbewusst geschieht. Irgendwie fühlen sich beide Seiten nicht wohl und doch weiß keiner so genau warum. Die zwischenmenschliche Beziehung fühlt sich an wie ein Gefängnis und beide Seiten fühlen sich ohnmächtig und wissen einfach nicht woran es liegt?

Wie entsteht dieses Gefängnis

Dieses Gefängnis entsteht zum einen durch Erwartungen, zum anderen durch emotionale Abhängigkeit. Ich habe nichts gegen Erwartungen. Ich halte es aber für absolut kontraproduktiv, diese Erwartungen vom Anderen zu fordern. Forderungen bringen Menschen auseinander. Als Wunsch, Bitte oder Einladung formuliert, erhält die Erwartung eine ganz neue Bedeutung. Wenn ich etwas von einem Menschen fordere, dann setze ich ihn emotional unter Druck, wenn auch nicht bewusst. Wenn ich jemanden um etwas bitte, dann hat derjenige die FREIE WAHL selbst zu entscheiden, ob er mir diese Bitte erfüllen möchte. Ein Beispiel:

  • Deine beste Freundin würde gerne mehr Zeit mit Dir verbringen und äußert das wie folgt: „Nie hast Du Zeit für mich, immer hast Du zu tun. Bin ich Dir überhaupt noch wichtig? Ist Dir unsere Freundschaft überhaupt noch was wert? Ich erwarte von Dir, dass Du Dir mehr Zeit für mich nimmst, sonst muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich diese Freundschaft noch möchte.“ Ich kann absolut nachvollziehen, dass man in einer guten Freundschaft den Anderen total mag und sich wünscht, Zeit mit ihm zu verbringen. Aber diese Formulierung des Wunsches führt mit ziemlicher Sicherheit nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Warum? Weil diese Aussage eine emotionale Erpressung enthält! „Wenn Du Dir nicht mehr Zeit für mich nimmst, dann werde ich diese Freundschaft beenden.“ Findest Du das günstig oder eher ungünstig?
  • Besser wäre es in diesem Fall, erst mal die eigenen Gefühle zu beschreiben und dann einen konkreten Wunsch zu äußern, z. B. so: „Ich bin in letzter Zeit etwas traurig. Ich verbringe so gerne Zeit mit Dir, aber irgendwie haben wir schon lange nichts mehr zusammen gemacht. Ich würde mir von Herzen wünschen, dass wir mal wieder was zusammen unternehmen. Das würde mich wirklich freuen.“

Die erste Version setzt Deine Freundin unter Druck. Du weißt nicht, warum sie so wenig Zeit hat (vielleicht braucht sie ja einfach nur mal ein bisschen Zeit für sich). Du unterstellst ihr aber trotzdem, dass sie sich keine Zeit mehr für Dich nimmt und dass ihr die Freundschaft nicht mehr wichtig ist. Das ist genau das Gefängnis, von dem ich spreche. Sie kann nicht frei entscheiden, wann und wie oft sie sich mit Dir treffen möchte. Sie hat keine andere Wahl, als mehr Zeit mit Dir zu verbringen oder eben das Ende der Freundschaft in Kauf zu nehmen. Das hat nichts mit Freiheit zu tun.

Die zweite Version hingegen lässt Deiner Freundin einen Handlungsspielraum. Sie wusste wahrscheinlich gar nicht, wie Du Dich mit ihrem Verhalten fühlst. Du hast es ihr jetzt erst mal bewusst gemacht. Sie kann nun in aller Ruhe frei entscheiden, wie sie mit dieser Situation umgeht und ob sie Deine Bedürfnisse ein wenig besser erfüllen kann. Das ist Freiheit!

Vom Gefängnis in die Freiheit

Wie kannst Du diesem Gefängnis nun entfliehen? Indem Du loslässt. Indem Du trotz aller Bedürfnisse und Erwartungen, die in Dir schlummern, Deinem Gegenüber immer eine Entscheidungsfreiheit lässt, selbst zu entscheiden, wie es handeln möchte. Du darfst Wünsche äußern, Du darfst Bitten äußern und Du darfst jemanden einladen. Forderungen hingegen wirken auf zwischenmenschliche Begegnungen wie Gift. Sie setzen den Anderen unter Druck, wenn auch nicht bewusst. Lass los und lass die Entscheidung der Reaktion bei Deinem Gegenüber! Nur so ist jeder frei in seinem Handeln, ansonsten ist es eine äußerst ungesunde Art der Manipulation.

Ein starkes WIR kann nur aus zwei starken ICHs entstehen

Warum sind so viele zwischenmenschliche Beziehungen so schwierig? Weil sie auf Bedürftigkeit basieren. Wir brauchen die Liebe und die Zuneigung des Anderen, um uns gut zu fühlen. Und genau das ist es, was Menschen voneinander abhängig macht. Nur wenn der Andere sich so verhält, wie Du es Dir wünschst, fühlst Du Dich gut. Damit gibst Du die Macht Deines Wohlbefindens in Dein Außen ab. Gibt es dafür eine Lösung? Ja, die gibt es! Wenn Du es lernst, Dich selbst zu lieben und so zu akzeptieren, wie Du bist, dann bist Du nicht mehr abhängig von der Liebe und Anerkennung im Außen. Und genau dann schaffst Du Dir die Möglichkeit, die Menschen in Deinem Leben frei und selbstbestimmt auszuwählen und nicht mehr nur deshalb mit ihnen zusammen zu sein, weil Du sie brauchst und weil Du davon abhängig bist, dass sie Dich lieben. Wie schön wäre das, wenn Du frei wärst von der Bedürftigkeit, jemand Anderen zu brauchen und ihn deshalb auszuwählen, weil Du ihn einfach toll findest und ihn freiwillig ohne jegliche Erwartungen in Deinem Leben haben möchtest und wenn der Andere Dich genauso freiwillig wählen würde?

Möchtest Du das in Deinem Leben auch so haben und brauchst Du Unterstützung? Dann lade ich Dich ganz herzlich dazu ein, Dir einen Termin für ein kostenloses Freiheitsgespräch bei mir zu buchen. Lass uns telefonieren und herausfinden, ob und wie ich Dich bei Deinem Herzenswunsch begleiten kann. 

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